Als Yudhisthira den Gipfel des Himalayas erreicht hatte, erschien der grosse Gott Indra in seinem Strahlenwagen, um ihn in das himmlische Reich zu geleiten. Yudhisthira war der einzige Mensch, der den Himmel vor seinem Tod betreten durfte. Als Indra ihm befahl, seinen Wagen zu besteigen, sagte Yudhisthira, dass seine Frau und seine Brüder tot auf dem Wege lägen. Ohne sie könne er nicht in das himmlische Reich eintreten. Der grosse Gott Indra versicherte ihm, dass diese gleich nach ihrem Tod, also schon lange vor ihm in den Himmel eingegangen wären und dort bereits auf ihn warteten. Yudhisthira sprach weiter und zeigte auf einen Hund: «Dieser Hund folgt uns, seit wir uns auf unsere Wanderung begaben. Ich will den Himmel nicht betreten, wenn der Hund nicht mit mir kommt. Indra sprach: «Heute noch wirst du die Unsterblichkeit, Erlösung und unvergängliche Glückseligkeit gewinnen. Du begehst keine Sünde, wenn du diesen unreinen Hund zurücklässt.»
«Nein», beharrte Yudhisthira, «nicht für alle Schätze des Himmels will ich diesen Hund zurücklassen.» Indra sprach wieder: «Ein Hund ist ein unreines Tier. Wer immer einen Hund hält, kann nicht in den Himmel gelangen. Die Götter des Zorns vernichten alle Opferfrüchte, sobald sie einen Hund sehe. Du machst dich keiner Untreue schuldig, wenn du dieses widerwärtige Tier verlässt.»
Doch Yudhisthira blieb unbewegt. Lieber wolle er auf den Himmel verzichten. ER habe Frau und Brüder hinter sich gelassen, weil sie unterwegs gestorben seien und er habe nichts für sie tun können. Dieser Hund aber sei bei ihm. Wie könne er ihn im Stiche lassen, der seinen Schutz gesucht habe und ihm treu ergeben gewesen sei.
Der Hund war jedoch kein Hund, sondern Yama selbst, der Gott des Todes und der Gerechtigkeit, in der Gestalt eines Hundes. Und als er Yudhisthira so sprechen hörte warf er die Haut des Hundes ab und erschien in seiner wahren Gestalt. Er sprach: «Ich folgte dir in Gestalt eines Hundes, um dich zu prüfen. Du bist wahrhaftig fromm und gut zu allen Geschöpfen. Keiner im Himmel gleicht dir. Du bist willkommen in seinem Glanz und seinen Freunden.»



