Irgendwo in China sollte eine Hochzeit gefeiert werden. Die Brautleute waren arm, aber eine schöne Hochzeit wollten sie doch feiern und viele Menschen dazu einladen. ‚Geteilte Freude ist doppelte Freude’, dachten sie. Ihre Freude sollte ansteckend sein und allen Trübsinn überwinden. Darum baten sie ihre Gäste, jeder möge zum Fest einen Krug Wein mitbringen. Am Eingang würde ein grosses Fass stehen, in das alle ihren Wein giessen könnten. So sollte einer die Gabe des anderen trinken, und alle sollten miteinander fröhlich sein. Das Fest begann. Es kamen viele Gäste, keiner war zu Hause geblieben, und alle schöpften aus dem grossen Fass. Doch wie tief war das Erschrecken der Brautleute und ihrer Gäste, als sie merkten, dass in ihren Bechern nichts als Wasser war. Versteinert starrten sie sich an. Jeder von ihnen hatte gedacht: Den einen Krug Wasser, den ich in das Fass giesse, wird niemand bemerken.

Lehrplanangaben zum Buch erzähl nochmal

Lehrplan

Zyklus 1

Kompetenzen im engeren Sinn:
NMG 10.1a / NMG 10.2b / NMG 11.4a

Kompetenzen im weiteren Sinn:
NMG 11.2a / NMG 11.3a

Zyklus 2

Kompetenzen im engeren Sinn:
NMG 10.1f / NMG 10.2d / NMG 11.4d

Kompetenzen im weiteren Sinn:
NMG 11.2c / NMG 11.3d

Fragen zum Lehr- und Lernmittel Erzähl nochmal

Fragen zum Nachdenken

Welche Situationen sind vergleichbar mit der hier geschilderten Hochzeit?
Was hätte sich geändert, wenn wenigstens jemand Wein gebracht hätte?
Wie wäre es, wenn nur jemand Wasser gebracht hätte?
Ist es korrekt, wenn man sagt, die anderen haben auch oder wenn ich als einziger Wein gebracht hätte, was hätte es genutzt. Was kann man solchen Redeweisen entgegnen?