Es war einmal ein armer Mann, der einem reichen Mann sehr viel Geld … weiterlesen (Buch auf tvz-verlag.ch bestellen)
Hörbeispiel
«Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.»
Ein Armer hat eine grosse Schuld, die er einfach nicht zurückzahlen kann.
Nun galt in jenem Land ein Gesetz, nach dem ein Reicher seinen Schuldner zum Sklaven machen konnte, wenn dieser ihm das Geld nicht zurückzahlte.
Der Reiche mit seiner Frau geht zum Schuldner. Da erlaubt er sich einen bösen Spass: Er sagt: «Ich fülle dieses Säcklein mit zwei Kieselsteinen, mit einem weissen und einem schwarzen. Dann schüttle ich es. Und dann ziehst du einen Stein. Wenn du den weissen Stein ziehst, bist du deine Schuld los. Wenn du den schwarzen Stein ziehst, musst du mein Sklave werden.»
Der Arme erschrickt und bittet die Frau des Reichen, gut zuzuschauen. Dann sieht er, dass der Reiche zwei schwarze Steine ins Säcklein legt. Beim Ziehen zittert er so fest, dass der Stein auf den Boden fällt.
Der Arme bittet die Frau, den zweiten Stein aus dem Säcklein zu nehmen: «Dann wird man auch die Farbe des ersten Steines kennen.»
Erzähler: Wolfram Fischer, Geschichtenerzähler, St. Gallen; erzaehler.wolfram-fischer.ch
Quelle: nach einer Legende, die Gregor Szyndler neu erzählt hat.
Version mundart:
Version hochdeutsch:
Material
Unterrichtseinheit «Kieselgeschichte – Lügen» (5. Klasse) auf weltethos.ch



