Einst wanderten zwei Freunde durch die Wüste. Während der Wanderung stritten sie und der eine schlug dem anderen ins Gesicht. Der Geschlagene war gekränkt. Wortlos kniete er nieder und schrieb in den Sand: «Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen.» Die zwei Freunde wanderten weiter und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort nahmen sie ein Bad. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und ertrank fast. Doch sein Freund rettete ihn in letzter Minute. Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein: «Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet.» Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: «Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?» Der Freund antwortete: «Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand Schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann sollen wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann.»

Lehrplanangaben zum Buch erzähl nochmal

Lehrplan

Zyklus 2

Kompetenzen im engeren Sinn: NMG 10.1e / NMG 10.2c/ NMG 10.2d

Fragen zum Lehr- und Lernmittel Erzähl nochmal

Fragen zum Nachdenken

Was sind die Unterschiede zwischen dem Schreiben auf Sand oder auf Stein?

Warum schreibt der Mann überhaupt etwas auf?  Er hätte ja auch einfach nichts machen können oder er hätte einfach jeweils sagen können, was ihn schmerzt und was ihn freut?

Und was, wenn er nur das Gute aufgeschrieben hätte und das andere gar nicht?

Material

Unterrichtseinheit «Sand oder Stein – Vergebung» (5. Klasse) auf weltethos.ch