Irgendwo in China sollte eine Hochzeit gefeiert werden. Die Brautleute waren arm, aber eine schöne Hochzeit wollten sie doch feiern und viele Menschen dazu einladen. ‚Geteilte Freude ist doppelte Freude’, dachten sie. Ihre Freude sollte ansteckend sein und allen Trübsinn überwinden. Darum baten sie ihre Gäste, jeder möge zum Fest einen Krug Wein mitbringen. Am Eingang würde ein grosses Fass stehen, in das alle ihren Wein giessen könnten. So sollte einer die Gabe des anderen trinken, und alle sollten miteinander fröhlich sein. Das Fest begann. Es kamen viele Gäste, keiner war zu Hause geblieben, und alle schöpften aus dem grossen Fass. Doch wie tief war das Erschrecken der Brautleute und ihrer Gäste, als sie merkten, dass in ihren Bechern nichts als Wasser war. Versteinert starrten sie sich an. Jeder von ihnen hatte gedacht: Den einen Krug Wasser, den ich in das Fass giesse, wird niemand bemerken.



