In grosser Verzweiflung ging ein armer, hungriger Jude eines Tages auf den Markt von Cordoba und … weiterlesen (Buch auf tvz-verlag.ch bestellen)
Hörbeispiel
Ein zum Tod verurteilter Dieb rettet sich mit einer List.
Ein armer jüdischer Wasserträger mit einer grossen Familie stiehlt aus Verzweiflung ein Brot. Aber man sieht das. Er kommt ins Gefängnis und wird zum Tod verurteilt. Bevor er gehängt wird, sagt der zu den Soldaten, dass er ein Geheimis habe, das der Kalif bestimmt gerne hören würde. Da bringen sie ihn zum Kalifen. Diesem sagt er, dass er weiss, wie man den Samen des Granatapfelbaums pflanzt, dass er über Nacht gross und voller Früchte wird. Da versammelt der Kalif den ganzen Hofstaat. Der Dieb verlangt, dass jemand, der noch nie gestohlen hat, den Samen pflanzt. Der Kalif bestimmt, dass der Oberhofmeister den Samen pflanzen muss. Als der Samen am nächsten Morgen nicht gewachsen ist, gibt der Oberhofmeister zu, dass er gestohlen hat. Der Schatzmeister anschliessend auch. Und schliesslich auch der Kalif. Da verzeiht er dem Wasserträger und schenkt ihm die glänzende Nadel, die er als Kind seiner nun verstorbenen Mutter gestohlen hatte. Davon kann der Wasserträger seine Familie ernähren.
Erzähler: Wolfram Fischer, Geschichtenerzähler, St. Gallen; erzaehler.wolfram-fischer.ch
Quelle: Nach einer von Moira Thiele erzählten orientalisch-jüdischen Geschichte.
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